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China E-Commerce Outlook: Interview mit Elena Gatti

"China ist zu einem globalen digitalen Pionier geworden und die westlichen Länder blicken nach Osten, um digitale Inspirationen zu sammeln." ​

by Christina Richter

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Lernen Sie Elena Gatti kennen, Expertin für cross-border E-Commerce nach China und Managing Director bei Azoya für die DACH-Region.

Elena, warum brennst du so für den Einzelhandel?

Wenn man bedenkt, dass der Handel – also einfach gesagt der "Tausch von Waren" oder "Kaufen und Verkaufen" - zu den ältesten Tätigkeiten des Menschen in allen Teilen der Welt gehört, fasziniert mich das allein schon sehr. Der Einzelhandel durchlief im Laufe der Jahrhunderte so viele Veränderungen, verlor aber nie seine Bedeutung in unserer menschlichen Gesellschaft. Und vor allem jetzt verändert sich das Handelsumfeld so schnell wie nie zuvor, und das bringt große Chancen und Herausforderungen für die globale Handelswelt mit sich. Das finde ich sehr faszinierend.

Apropos Chancen: Was sind deiner Meinung nach derzeit die spannendsten Chancen im Einzelhandel?

Große Chancen für den Handel sehe ich in der Verbindung zwischen der "realen" und der "virtuellen" Welt. Vor einigen Jahren hieß es noch "omni-channel", heute heißt es "customer first". Die Online- und Offline-Welt verschmelzen, um den Kunden das bestmögliche Einkaufserlebnis zu bieten, und das unabhängig von Zeit und Ort. In naher Zukunft sehe ich großes Potenzial darin, Daten zu nutzen und den Kunden personalisierte Produkte und Dienstleistungen zur richtigen Zeit am richtigen Ort anzubieten. 

Was ist deiner Meinung nach der schwierigste Teil beim cross-border E-Commerce?

Im Allgemeinen denke ich, dass es am schwierigsten ist, den Kunden zu verstehen, der in einem anderen Land wohnt. Er hat in der Regel ein anderes Einkaufsverhalten, andere Vorlieben und Gewohnheiten. Ein nicht seltener Fehler ist es, zu denken, dass das, was in unserem Heimatland gut funktioniert hat, sicher auch anderswo funktionieren wird. Das ist falsch. Der (Einzel-)Handel ist eng mit Kultur und Tradition verbunden, und diese können von Land zu Land sehr unterschiedlich sein.

Eine besondere Herausforderung beim cross-border E-Commerce nach China besteht darin, dass sich zum Beispiel auch Gesetze und Vorschriften vor Ort schnell ändern können. Einzelhändler, Marken und Dienstleister müssen flexibel und aufgeschlossen sein, um sich den dann entstehenden neuen Gegebenheiten anzupassen.

Was sind für dich die überraschendsten Fakten Chinas?

Ich bin beeindruckt, wie sehr die Digitalisierung in China in den letzten Jahren an Bedeutung und Geschwindigkeit gewonnen hat. China hat sich zu einem globalen digitalen Pionier entwickelt und die westlichen Länder blicken nach Osten, um digitale Inspirationen zu sammeln. Digitale Technologien werden von den chinesischen Verbrauchern mit Neugierde und einer sehr positive Einstellung angenommen. Diese extrem schnelle digitale Umgebung ist in chinesischen Großstädten zu beobachten, andererseits befindet sich die Landschaft im Vergleich zu westlichen Ländern oft noch in einem Entwicklungsstadium. Es ist diese Mischung aus Alt und Neu, die mich gleichzeitig überrascht und fasziniert.

Du unterstützst Azoya nun schon seit 2,5 Jahren. Was hat dich dazu bewogen, für Azoya zu arbeiten?

Ich war schon immer fasziniert von China, da es eines der exotischsten Länder ist und sich kulturell sehr von unserer westlichen Sichtweise unterscheidet. Für ein chinesisches Start-up zu arbeiten, bedeutete, tiefere Einblicke in diese weit entfernte Kultur zu bekommen und die chinesische Mentalität und Denkweise zu verstehen. Ich habe auch der ehemaligen DACH-Geschäftsführerin und den Gründern von Azoya vertraut und mochte und mag sie perslönlich und ich lerne sehr viel von ihnen. Jeden Tag aufs Neue.

Was war der aufregendste Moment deiner Zusammenarbeit mit Azoya?

Der wahrscheinlich aufregendste Moment war mein erster Besuch im Azoya-Headquarter in Shenzhen. Ich konnte die Atmosphäre dieser jungen, pulsierenden Tech-Startup-Stadt atmen und habe meine Kollegen, mit denen ich tagtäglich zusammenarbeite, zum ersten Mal persönlich kennenlernen. Ich bin stolz darauf, Teil dieses innovativen und dynamischen Unternehmens zu sein.

Was ist dein Learning Nummer 1, das du aus deiner Arbeit mit Azoya und dem Thema cross-border E-Commerce nach China in den letzten 2,5 Jahren gewonnen hast?

Durch die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus einer völlig anderen Kultur habe ich gelernt, dass nichts selbstverständlich ist. Die gleiche Situation kann völlig unterschiedlich interpretiert werden, wenn sie aus einem anderen kulturellen Hintergrund betrachtet wird. Deshalb habe ich gelernt, Situationen unter vielen verschiedenen Gesichtspunkten zu bewerten und noch neugieriger und offener für unterschiedliche Meinungen zu sein.

Was ist dein Tipp für Neueinsteiger im Einzelhandel?

Bleiben Sie innovativ, schauen Sie nach vorne und nicht nach hinten, seien Sie schnell und unterschätzen Sie nicht die Bedeutung der IT.

Was tust du gern in deiner Freizeit?

Ich habe nicht wirklich Freizeit, da ich eine Familie mit 3 Kindern habe. ;-) In den Ferien reise ich gerne mit meiner Familie, so weit wie möglich und so wild wie möglich. Wir haben im letzten Sommer zum Beispiel Namibia besucht und waren auch vorher schon oft in Afrika. Wir verbrachten auch einige Monate auf Reisen in den USA, Kanada und Australien. Es ist wunderbar, gemeinsam mit den Kindern verschiedene Kulturen und Landschaften zu entdecken und die Welt mit ihren Augen zu sehen.

Wer sind deine Vorbilder im Einzelhandel?

In Deutschland bewundere ich Herrn Werner, den Gründer von DM, der sein Unternehmen von Null an aufgebaut hat. Trotz seines Erfolges verlor er dabei nie seine Bescheidenheit und seinen Pragmatismus. Was ich an Herrn Werner am meisten bewundere, ist, dass er ein großer Befürworter sozialer Verantwortung und sozialer Engagements ist.

Weltweit denke ich, dass Jack Ma heute eine der innovativsten und interessantesten Persönlichkeiten im Einzelhandel weltweit ist. Es spielt keine Rolle, ob man mit dem, was er sagt, einverstanden ist oder nicht, aber seine Reden sind voller Ideen und Energie.

Haben Sie ein Motto, nach dem Sie leben?

Ich erkenne mich in Charles Darwins Zitat wieder, das zu der Zeit passt, in der wir heute leben: “Es ist nicht die stärkste der Spezies, die überlebt, und auch nicht die intelligenteste. Es ist derjenige, der sich am besten an Veränderungen anpassen kann.”

 

 


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